Alles umsonst im Internet?

Das etwas hinterhältige Geschäftsmodell des Internets

Riesige Konzerne steuern und verwalten das Internet (von „beherrschen„ möchte ich jetzt – noch – nicht sprechen). Sie investieren Unsummen in die Infrastruktur, beschäftigen tausende Mitarbeiter und verdienen dabei auch noch gaaaanz viel Geld.

Ein Beitrag für Ihre Sicherheit im Internet.

Auf der anderen Seite: Wir (die Anwender) bezahlen für diese Angebote im Internet oftmals keinen Cent! Aber wie funktioniert das dann? Und was macht diese Ich-will-alles-haben-aber-nichts-dafür-bezahlen-Mentalität mit/aus unserem Leben?

Schauen wir uns doch einfach mal die Möglichkeiten und Angebote an:
• • • • • = a = Internet < >  – – – – – = b = Das echte Leben (z. B. ein Brettspiel)

1a: Kaufen

Die meisten Apps kosten zwischen 1.- und 5.- Euro. Das ist doch wirklich überschaubar. Dafür erhalten Sie eine gut gestaltete App, ein hilfreiches Forum bei Fragen und eventuell sogar eine Version in Ihrer Landessprache.

1b: Kaufen

Ja, so ein modernes Brettspiel kann schon mal über 50.- Euro kosten. Dafür ist es aber auch liebevoll gestaltet und hochwertig gefertigt. Damit haben Sie lange Freude.

1: Kaufen | Zusammenfassung

Für mich der beste Weg, um dem Hersteller/Entwickler für seine Arbeit zu bezahlen. Ein faires Geschäft für beide Seiten. Zudem unterstützen Sie mit Ihrem Kauf die Weiterentwicklung der App. Leider ist diese „Version“ des Geschäfte-Machens nicht mehr so angesagt und die „Geiz ist geil“ Mentalität verdrängt das Miteinander immer mehr.

2a: Testversion

Hier gibt es zwei unterschiedliche Methoden:

• Zeitlich begrenzt
Sie können die Vollversion für eine bestimmte Zeit komplett nutzen.

• Funktion begrenzt
Nur die grundlegenden Funktionen sind freigeschaltet. Erst durch den Kauf der Vollversion werden alle Funktionen freigeschaltet. Das sind die sogenannten InApp-Käufe. Zum Beispiel bei Spielen für zusätzliche Spielebenen, Ausrüstungen oder Waffen …

2b: Testversion

• Zeitlich begrenzt
Sie erhalten das komplette Spiel für eine bestimmte Zeit kostenlos zur Verfügung gestellt. Dann wird es automatisch wieder abgeholt.

• Funktion begrenzt
Es fehlen dem Spiel einige wichtige Elemente. Sie können zwar spielen und bekommen ein Gefühl für die Idee und den Ablauf – aber so wirklich befriedigend ist das nicht. Soll es ja auch gar nicht.

2: Testversion | Zusammenfassung

In der Werbesprache sagt man dazu „anfüttern“. Die Testversion soll Sie davon überzeugen, Geld auszugeben. Ich finde, das ist eine gute Idee, um zu prüfen, ob die App meinen Wünschen entspricht – und mich damit von der Qualität zu überzeugen.

3a: Werbung

Sie erhalten zeitlich ungebrenzt die Vollversion der App – in der dann Werbung angezeigt wird. Manchmal nur klein am Rand und dann auch wieder bildschirmfüllend. Und glauben Sie mir, das kann echt nervig sein, wenn Sie gerade „mitten drin“ sind. Aber das ist ja Sinn und Zweck der Übung …

3b: Werbung

In dieser Version des Brettspieles ist am Rand des Spielfeldes oder am Rücken der Spielkarten Werbung aufgedruckt. Damit könnte man ja leben. Aber ab und zu wird Ihnen die Werbung direkt vor die Nase gehalten, so dass Sie das Spiel unterbrechen müssen. Nicht schön …

3: Werbung | Zusammenfassung

Ja, kann man machen. Werbefinanzierte Inhalte kennt man ja aus vielen Bereichen. Hier ist ja deutlich zu erkennen, wie die App finanziert wird. Dafür kann ich alle Möglichkeiten in Ruhe testen. Passt alles, kann ich gegen die Zahlung einer Gebühr die Werbung entfernen. So weit, so gut. Bei der Version mit den Apps bin ich mir nicht so sicher, ob da nicht meine persönlichen Daten für die Werbetreibenden ausspioniert werden. Nur so ein Gefühl …

4a: Alles umsonst

Ja, das ist so eine Geschichte. Sie könnten jetzt natürlich sagen: Ist mir doch egal. Selber schuld, wenn der Hersteller/Entwickler kein Geld dafür verlangt. Aber mal ganz ehrlich: Wie viele Menschen/Firmen kennen Sie, die so etwas machen? Jedes Unternehmen benötigt Einnahmen, um die laufenden Kosten zu decken.

4b: Alles umsonst

Sie erhalten das Spiel, das normalerweise 50.- Euro kostet, einfach geschenkt. Würden Sie es einfach nehmen und dann schnell weg? Oder würden Sie nach einem Haken bei der Sache suchen?
Vielleicht ist es ja der nette „Mitarbeiter“, der mitgeliefert wird, und ab sofort alles, was Sie tun, an eine „Zentrale“ meldet.

4: Alles umsonst | Zusammenfassung

Die wohl bekanntesten Vertreter dieser Zunft sind wohl Google, Facebook und WhatsApp. Hier erhalten Sie viele Funktionen für NULL Euro. ABER: Stattdessen bezahlen Sie mit Ihren persönlichen Daten. Jedes Mal, wenn Sie im Internet unterwegs sind oder die App nutzen, werden Ihre Aktivitäten aufgezeichnet und daraus ein Profil erstellt. Das wiederum wird gemeinsam mit vielen anderen an Werbetreibende und „andere Interessenten“ vermietet.
Jetzt sagen Sie bloß nicht, dass Ihnen das egal ist und Sie eh nichts zu verbergen haben …

Fazit

Die wertvollste Währung im Internet sind Ihre ganz persönlichen Daten. Dass diese an Werbetreibende vermietet werden kann ich ja noch akzeptieren. Dass damit aber auch mein Leben massiv beeinflusst wird – das geht gar nicht! Mehr dazu finden Sie in unserem Artkel: Privatsphäre und Datenschutz im Internet.

Deshalb bin ich gerne bereit, für Leistung Geld zu bezahlen. So habe ich zumindest das Gefühl, dass es hier nicht ausschließlich um meine Daten geht – überprüfen kann ich das nicht. Bei manchen Apps sehen Sie es schon an den erforderlichen Freigaben. Wieso benötigt eine App für Klingeltöne Zugriff auf mein Adressbuch? Oder warum möchte der Messenger meine Standortdaten? Spätestens hier sollten Ihre Alarmglocken schrillen …

Das bedeutet jetzt aber nicht, dass alle kostenlosen Apps schlecht sind oder betrügerische Absichten verfolgen – aber die Wahrscheinlichkeit ist relativ groß.

Vielleicht noch ein Wort zu ABOs: Ein nerviger Trend, der immer weiter um sich greift. Passen Sie gut auf und schauen Sie genau hin, bevor Sie auf „Kaufen“ tippen. Bleiben Sie achtsam.